Kennen Sie sich gut?

Kennen Sie auch das Innere Kind in Ihnen?

Ihr Inneres Kind kann Ihnen sehr viel Kraft und Energie geben.

Auch Lebensfreude und Spaß ist Teil jeden Inneren Kindes.

Wir haben viele Rollen in unserem Leben

Jeder von uns weiß, dass er mehrere Rollen spielt. Da ist die Mutter, die Kollegin, der Vater, der Tennispartner, was auch immer. Und jede dieser Rollen ist mit unterschiedlichen Eigenschaften besetzt. Wussten Sie aber, dass auch in jedem von uns ein kleines Kind steckt, das Innere Kind, das hin und wieder auftaucht und die Kontrolle über manche unserer Lebenssituationen übernimmt? Wir schauen dann zu und wundern uns…

Woher kommt dieses Innere Kind?

Jeder von uns war mal ein Kind – hat viele Lebensphasen durchlaufen; hatte es manchmal schwer, manchmal leicht, manchmal war es nicht auszuhalten.

Und eines hat diese Zeit bei jedem von uns hinterlassen: Das Gefühl des „Angewiesen seins“ auf das Außen, auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse von außen.

Wir als Kinder konnten nicht für uns sorgen – das musste jemand anderer für uns tun. Da waren wir also, frisch geboren, ein Bündel voller Selbsterhaltungstrieb und Emotionen; Komplett ausgeliefert unserer Umwelt, angewiesen auf andere, um zu überleben.

Schritt für Schritt hat unser Heranwachsendes Ich dann Aufgaben übernommen – das Atmen zum Beispiel gleich nach der Geburt. Aber es gab doch einiges, was wir uns selbst lange nicht erfüllen konnten. Neben der Selbstversorgung war das auch das Bedürfnis nach Liebe, Aufmerksamkeit, Achtung,…

Was passiert, wenn unsere Bedürfnisse als Kind nicht erfüllt werden?

Ich möchte das an Hand eines Beispiels erklären: Der Partner einer Bekannten flippt oft komplett aus, wenn sie zum Beispiel vergessen hat, die bestellte Tafel Schoko mit nach Hause zu bringen. Vollkommen überzogen in der Reaktion. Vielleicht steckt dahinter nicht die jetzige Situation, sondern dass sich der Partner von seiner Mutter nicht beachtet gefühlt hat? Dass er als „aufmerksamkeitsforderndes Kind“ nicht ok war für seine Mutter?

Alles eine Frage des Mandelkerns

Der hintere Bereich des Gehirns, die Amygdala oder der Mandelkern auch das Angstzentrum genannt, merkt sich das. Und immer, wenn eine ähnliche Situation kommt, wird das alte Muster abgespielt. Der Erwachsene ist machtlos, das damalige Kind, also das Innere Kind, reagiert und regiert. Natürlich ist das vielen nicht klar, sie kommen nur immer wieder in die gleichen Situationen, unglückliche Liebesbeziehungen, Stress, Zukunftsangst, mangelnde Lebensfreude, finden das Gleichgewicht nicht…

Das konstruierte Ich

Um unsere Bedürfnisse als Kind aber irgendwie erfüllt zu bekommen, legen wir uns Eigenschaften zu, die wir von Geburt an nicht haben, um genau das zu bekommen, was wir brauchen. Wir werden ganz lieb und nett, zeigen keine Aggressionen, sind total unauffällig, fleißig… Was auch immer. Es kann auch das Gegenteil sein, das rebellische Kind, laut, uneinsichtig und wütend. Es gibt ganz viele Ausprägungen.

Tatsache ist nur, dass diese „kreierten Eigenschaften“ nicht unsere eigenen sind. Denn wir haben ja die Erfahrung gemacht, dass es nicht ok ist, so wie wir sind. Es ist nicht ok, gesehen werden zu wollen, Aufmerksamkeit haben zu wollen… Also stehen wir auch nicht mehr zu unserem wahren Kern.

Irgendwann werden wir älter – und dieser kreierte Teil unseres Selbst funktioniert sehr gut. Und wir haben irgendwann vergessen, dass das ein kreierter Teil ist und dass wir das in Wirklichkeit gar nicht sind. Wir schauen nicht mehr nach hinten zu unserem wahren Kern, zu unserem inneren Kind.

Der wahre Kern

Aber die Wahrheit ist, dass wir das tief in uns sehr wohl wissen, denn da ist oft eine Leere – man fragt sich, ist das das Leben? Oder man handelt ganz automatisch nach bestimmten, unbewussten Glaubenssätzen wie „Ich muss lieb und artig sein“ oder „Ich muss stark sein“. Eben nach dem, das man sich als Kind damals zugelegt hat. Aber diese tiefe Sehnsucht nach dem wahren Kern bleibt bestehen. Und es geht ganz viel Energie und Kraft verloren, wenn man dieses Geschöpf, das da ist, aber nicht gesehen wird, nämlich dieses kleine Innere Kind, nicht beachtet, nicht wahrnimmt, nicht beschützt. Also nicht als der Erwachsene auftritt, der Verantwortung für sich selbst, für all seine wahren Anteile, also auch für das Innere Kind, übernimmt. Denn das macht stark und selbstbestimmt. Man ist nun kein Opfer mehr!

UND GENAU DAS IST SELBSTLIEBE!

Nun meine Aufgabe an Sie:

Nach welchen Glaubenssätzen läuft Ihr Leben ab? Kennen Sie ein paar von ihnen schon?

Horchen Sie in sich rein: Müssen Sie immer funktionieren, immer stark sein? Müssen Sie alles kontrollieren? Müssen Sie immer die/der Beste sein? Erkenntnis ist schon mal ein weiterer Schritt zu seinem wahren Kern.

Das nächste Mal möchte ich dann tiefer in die Materie einsteigen und die Verdrängungsmechanismen ein wenig anreißen, die wir uns zugelegt haben, um uns nicht spüren zu müssen bzw. unser wahres Ich nicht kennen lernen zu müssen.

Literaturtipps:

Für diejenigen von Ihnen, die schon tiefer in die Materie „Inneres Kind“ eintauchen wollen, ganz tolle Literatur zu diesem Thema:

„Die Heilung des Inneren Kindes“ Susanne Hühn

„Aussöhnung mit dem inneren Kind“ Erika J. Jopich / Margret Paul

„Das Kind in uns“ John Bradshaw

„Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl

Blogbild Eva KeimelmayrEva Keimelmayr