Eine schnelle Methode, um alles in einem anderen Licht zu sehen

Genießen Sie Ihre Erfolge!

Heute geht es einmal nicht um das innere Kind, sondern um ein Thema, dass uns schnell aus der Spirale des Unzufriedenseins, aus der Enge und dem Druck raus katapultieren könnte. Vorausgesetzt, wir denken in dem Augenblick daran, in dem wir es brauchen: Nämlich mal den Sichtwinkel zu verändern.

Die Spirale, die die Sicht einengt

Anlass für diesen BLOG-Beitrag war der Satz einer Freundin von mir, die mit einem wirklich tiefen Seufzer gemeint hat: „Weihnachten ist nur belastend.“ Dieser Satz beschäftigte mich sehr, er ging mir nahe und tat mir auch ein bisschen weh.

Weihnachten – der Traum meiner Kindheit, das Gefühl vor dem großen Ereignis – die Erwartung an diesen Baum mit den Lichtern und den Sternspritzern, die Geschenke. Der ganze Dezember war darauf ausgerichtet. Und dann dieser Satz, der das alles in Frage stellt, alles zu Nichte macht. Und ja, ein Satz der genau das spiegelt, was ich in der Vorweihnachtszeit wahrnehmen konnte: Die totale Hektik, die Erschöpfung, die unterschwellige Aggression.

Der Ausweg, um eine neue Sicht zu kriegen: Ein Buch befragen

Nun, wie soll man sich davon distanzieren, wenn man mitten im Trubel ist, wie die Sicht verändern? Schwer, sogar sehr schwer. Wie so oft, wenn ich in einem Dilemma gefangen bin, habe ich eines meiner gescheiten Bücher um Rat gefragt. In diesem Fall nahm ich wieder das Buch von Luise Reddemann „Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt im ersten Schritt“ zur Hand. Und blätterte folgende Geschichte auf:

Diese Geschichte brachte mich zum Nachdenken

„Lieber Tim,

gestern war ich im Gottesdienst und hörte eine sehr schöne Predigt. Anschließend entdeckte ich einen Sticker mit der Aufschrift „Hupe, wenn du Jesus liebst.“ Den habe ich mir gleich an die Stoßstange geklebt. Dann fuhr ich los und kam zu einer Ampel. Ich war noch ganz mit der Predigt beschäftigt und bemerkte nicht, dass die Ampel auf Grün gesprungen war. Was denkst du, was ich für eine Freude hatte, als hinter mir ganz viele hupten. So viele Menschen liebten also Jesus. Ich war ganz entzückt und hupte zurück. Da war ein Mann in einem Auto, der zeigte mir seinen dritten Finger. Ich fragte meinen Enkel, der bei mir im Auto saß, was das wohl zu bedeuten habe, und der meinte, das sei ein hawaiianischer Segensgruß. Du kannst dir denken, lieber Tim, was ich da für eine Freude empfand, dass ich erst den Sticker und dann auch noch diesen Gruß entdeckt habe. Ich grüßte den Mann also auf die gleiche Weise freundlich zurück. Dann fuhr ich los. Leider konnte hinter mir nur noch einer über die Kreuzung fahren, denn ich hätte mich so gefreut, noch länger mit diesen lieben Menschen, die alle Jesus liebten, zusammen zu sein.“

Die Änderung des Sichtwinkels = Ver-rücken der Wahrnehmung

Dieser Text bezieht sich auf das „Ver-rückt sein“, also die Dinge mal aus einer anderen, also einer ver-rückten Perspektive zu betrachten. Damit sieht man plötzlich die Dinge in einem anderen Licht, von einem anderen Sichtwinkel. Das ist auch vergleichbar mit folgendem Bild: Wenn die Sonne auf einen Gegenstand scheint und man immer wieder die Sicht darauf verändert, ändert sich auch die Wahrnehmung des Gegenstandes. Hektik, Druck, Stress und die Angst, die in meinem oben angeführten Beispiel das Thema Weihnachten auslöst, bekämen eine andere Bedeutung.

Mein Weihnachtsengel

Ich habe die Sicht eines „Weihnachtsengels“ gewählt, der von oben auf dieses Treiben blickt und der beschlossen hat, auch mal die Sicht eines an diesem Event beteiligten Menschen kennen zu lernen. Ich war also quasi ein Engel in einem Menschenkörper. Ich hab versucht, die Dinge so wahrzunehmen, hab so meine Geschenke besorgt und auch im Stress meines Jobs immer wieder diese Sicht einfließen zu lassen. Und was soll ich sagen: In den Augenblicken, wo mir dies gelungen ist, ist es um vieles einfacher geworden.

Das Leben ist ein Spiel

Oft stelle ich mir auch vor, das Leben ist ein großes Spiel – es gibt ein Spielbrett mit Figuren. Das sind wir Menschen – und oben gibt es Spieler, die sich über das Spielbrett beugen und analysieren, wo die einzelnen Spielfiguren stehen. Die Sicht der Spieler einzunehmen, die von oben auf das Brett schauen, verändert das Licht der Situation sehr.

Um zu erkennen, dass das ein Ausweg aus dieser Negativspirale wäre, ist natürlich wieder eine gehörige Portion Aufmerksamkeit von Nöten. Also: Auf ein aufmerksames 2018, an dem wir immer wieder die für uns förderliche Position einnehmen.

Blogbild Eva KeimelmayrEva Keimelmayr