Kennen Sie schon Ihre Glaubenssätze?

Und was hat Schmerzvermeidung mit den negativen Glaubenssätzen zu tun?

Starten Sie jezt mit Ihrem Selbstliebetagebuch

Im letzten Blogbeitrag habe ich Ihnen das Innere Kind vorgestellt. Bevor ich aber die angekündigten Verdrängungsmechanismen im Detail beschreibe, möchte ich noch auf den Zusammenhang zwischen den Glaubenssätzen und der Schmerzvermeidung bzw. der Verdrängung eingehen.

Vielleicht haben Sie schon Kontakt aufgenommen, mit diesem inneren, sehr verletzlichen Teil. Wir wissen, dass dieser Teil rein emotional ist. Da gibt es keine Logik, keine Gedanken sondern reine Bedürfnisse, die gestillt werden oder nicht. Wenn diese nicht erfüllt werden, tritt die Amygdala, das Angsthirn auf den Plan und wir haben massiv unangenehme Gefühle, die wir sicher nicht fühlen wollen. Nun tritt die Schmerzvermeidung in Kraft, die uns vermeintlich vor all dem schützt, uns aber hindert, mehr über uns zu erfahren und uns so auch von uns selbst wegbringt.

Wie arbeitet diese Schmerzvermeidung?

Da ist also das innere Kind, sehr fragil, sehr verletzlich. Wir machen als Kinder die Erfahrung, dass wir so wie wir sind in vielen Situationen nicht ok sind. Wir müssen uns verbiegen, um Mama und Papa zu gefallen und um in die Gesellschaft zu passen. Zum Schluss sind wir aber nicht mehr wir selbst sondern es sitzt eine konstruierte Person am Schalthebel. Wir haben vergessen, wer wir wirklich waren, bevor die formenden, erzieherischen Maßnahmen eingesetzt haben und wir versucht haben, trotzdem unsere Bedürfnisse erfüllt zu bekommen.

Tja, nun ist die Schmerzvermeidung gefragt, um nicht ständig an dieses Gefühl des „so wie man ist, ist man nicht richtig“ erinnert zu werden, um nicht an all die alten Muster und Schmerzen erinnert zu werden.

Was haben unsere negativen Glaubenssätze mit der Schmerzvermeidung zu tun?

Haben Sie die Übung mit den Glaubenssätzen gemacht? Haben Sie herausgefunden, nach welchen vielleicht sogar teilweise unbewussten negativen Sätzen Ihr Leben abläuft? Es tut sehr weh, an all diese negativen Sätze erinnert zu werden. Das möchten wir natürlich mit aller Macht vermeiden!! Hier tritt die Schmerzvermeidung auf den Plan und hält uns davon ab, diese Sätze wahrzunehmen, die im Hintergrund in unserem Kopf laufen.

Wie finden Sie diese heraus? Fühlen Sie sich ein, in Ihr kleines Kind, das Sie mal waren. Gab es typische Sätze, die Ihre Eltern oft formuliert haben und die Sie in Ihr Repertoire aufgenommen haben: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ oder „Zuerst die Arbeit, dann das Spiel.“

Wie war die Beziehung der Eltern zueinander? Hatten Sie hier das Gefühl, eine bestimmte Rolle spielen zu müssen? Fühlten Sie sich verantwortlich, dass die Beziehung gut lief? Wie war die Beziehung zu den einzelnen Elternteilen? Fühlten Sie sich machtlos, ausgeliefert? Hatten Sie das Gefühl, für die Gefühle von Mama oder Papa verantwortlich zu sein?

Unser persönliches Set an Glaubenssätzen

Aus all diesen Erlebnissen und Situationen haben wir uns die Glaubenssätze, unser Weltbild über uns und die Welt kreiert. Ich möchte Ihnen ein paar Beispiele für typische Glaubenssätze geben. Vielleicht finden Sie ja den einen oder anderen, der auch auf Sie passt (falls Sie das letzte Mal die Übung bereits gemacht haben, finden Sie vielleicht noch die eine oder andere Ergänzung). Natürlich ist jeder anderes – wir sind alle individuell und haben auch all unsere eigenen Glaubenssätze für uns formuliert und die meisten haben ein sehr umfassendes Set an solchen Sätzen:

Ich darf nicht fühlen.

Ich bin wertlos.

Ich bin dick.

Ich bin klein.

Ich bin peinlich.

Ich bin für deine Gefühle verantwortlich.

Ich bin dir ausgeliefert.

Ich bin ohnmächtig und machtlos.

Ich muss auf dich aufpassen.

Ich muss deine Erwartungen erfüllen.

Ich enttäusche dich.

Dann gibt es natürlich noch allgemeine Sätze, die wir uns zurecht gelegt haben als Erklärung für die Welt:

Das geht schief.

Die Welt ist schlecht.

Man verliert immer.

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

Zuerst die Arbeit, dann …

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser…

 

Und nun die „Lösung“ für diese Annahmen

Darauf aufbauend legen wir uns vermeintliche Lösungen zurecht, wie wir mit Situationen am besten umgehen können:

Ich muss immer alles unter Kontrolle haben.

Ich muss stark sein.

Ich darf keine Gefühle zeigen.

Ich muss immer der Beste sein.

Ich darf mich nicht abnabeln.

Ich muss deine Erwartungen erfüllen

So, nun sind Sie an der Reihe: Fühlen Sie in sich rein und machen eine kleine Reise – in Ihre Kindheit, machen Sie sich auf den Weg zu Ihren Glaubenssätzen!

Nächstes Mal geht’s dann weiter, denn Sie wollen sicher wissen, was Sie mit den gewonnenen Erkenntnissen machen sollen.

Wenn Sie Hilfe brauchen: Ich freue mich, Sie dabei zu unterstützen!

Blogbild Eva KeimelmayrEva Keimelmayr