Was ist Angst?

Angst ist ein normales Gefühl, das bei allen Menschen auftritt. Gleich wie z.b. Freude, Wut, Trauer.

Angst tritt in Situationen auf, die potentiell als gefährlich, bedrohlich oder unkontrollierbar eingestuft wird.

Angst kann länger andauern und eine unangenehme Stimmung machen oder aber auch plötzlich und stark auftreten.

Die meisten Situationen in denen wir Angst haben sind im Laufe des Lebens gelernt. (z.B. U-Bahn Gebrechen, Notstop, Fahrstuhl bleibt stecken,…)

Angst ist ein sehr sinnvolles, hilfreiches Gefühl.

Wenn sie eine Straße überqueren und es kommt ein Auto auf sie zu, dann können sie aufgrund ihrer Angst schnell zur Seite springen. Der Körper reagiert mit

Veränderungen wie erhöhter Herzschlag,, starke Durchblutung der Muskeln, bessere Sehkraft. Der Sympathikus wird aktiviert.

Welche Angststörungen gibt es?

  • Panikstörung 
    • Dauert nur kurz, ist jedoch sehr heftig und beeinträchtigt unser Leben stark.
  • Generalisierte Angst 
    • Monatelang andauernde Angst mit Unruhe, Schlafstörung, schwitzen, Herzrasen, Magenbeschwerden, Übelkeit, Schwindel
  • Phobien
  • Agoraphobie ( Angst vor Menschenmengen, Verkehrsmitteln, Plätzen)
  • Soziale Phobie (Angst in sozialen Situationen – Fremde ansprechen, in der Öffentlichkeit essen, im Mittelpunkt stehen)
  • Spezifische Phobien (Spinnen, Fliegen, Höhe, Injektionen, Zahnarzt

Alle Ängste haben gemeinsam:

Angstverstärkende Gedanken, körperliche Angstsymptome, Erwartungsängste, Vermeidung, bestehen über längere Zeit und beeinträchtigen das Leben.

Wie entstehen Angststörungen?

Durch diverse Erfahrungen im Laufe des Lebens, durch Veranlagung, Alkohol- und Drogenmissbrauch

Wenn man nichts dagegen unternimmt generalisieren sie sich, die Vermeidung wird stärker, das Leben verändert sich. Alles wird zur Belastung, was wiederum die Angst fördert.

Angst hat vier Anteile:

  • Körper
  • Gedanke
  • Gefühl
  • Verhalten

Eine Angstspirale oder ein Angstkreislauf beginnt unterschiedlich, kann verschieden stark sein und die Reihenfolge kann variieren.

Ein Beispiel:

Sie steigen in die U-Bahn, dort sind viele Menschen.

Es wird eng, es ist heiß und es riecht unangenehm. Sie beginnen zu schwitzen, der Puls steigt, sie spüren den Herzschlag. Sie fokussieren sich auf den Herzschlag, dann entwickelt sich der Gedanke: „Hoffentlich falle ich nicht um“; „ Es wird etwas schlimmes geschehen“;…… Das Gefühl der Angst steigt in das Spiel ein.

Jetzt kann es ganz unterschiedlich weitergehen: entweder sie flüchten in der nächsten Station aus der U – Bahn, oder sie spüren, wie sich ihre Atmung beschleunigt, was wiederum den Gedanken der nahenden Katastrophe fördert etc….die Reihenfolge ist variabel.

Der Effekt ist immer der gleiche – sie haben Angst. Unbehandelt kann es soweit kommen, dass sich diese beschriebenen Reaktionen schon einstellen, wenn sie nur daran denken mit der U-Bahn zu fahren. Oder im Supermarkt zu sein, im Aufzug, etc….die Liste ist erweiterbar.

Mit jeder Flucht aus der Situation wird die Angst stärker, sie erleben im Gedanken bereits alle Katastrophen. Im schlimmsten Fall steigert sich die Angst zu Panikattacke.

Je mehr sie diese „angstmachenden“ Situationen vermeiden umso mehr Situationen werden mit Angst belegt. Dies kann soweit führen, dass sie schon beim bloßen Gedanken an den Supermarkt in einen „Angstkreislauf“ kommen. Vermeidung – Flucht – es geht immer weiter.

Wie können Sie ihre Angst in den Griff kriegen?

Auf diese Frage gehe ich im nächsten Blog ein……